Der 11. September. Psychoanalytische, Psychosoziale Und Psychohistorische Analysen Von Terror Und Trauma

Der 11. September. Psychoanalytische, Psychosoziale Und Psychohistorische Analysen Von Terror Und Trauma

Autor : Hans-Jürgen Wirth
Geschlecht : Bücher, Ratgeber, Psychologie & Hilfe,
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Format : PDF, ePub

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Der 11. September. Psychoanalytische, Psychosoziale Und Psychohistorische Analysen Von Terror Und Trauma

Pressestimmen Eine mehrstimmig angelegte psychoanalytische Deutung der modernen Konstellation von Terror und Antiterrorismus bietet die Veröffentlichung aus dem Psychosozial-Verlag, zu der zwei Dutzend Therapeuten, Kultur- und Sozialwissenschaftler vor allem aus Deutschland, aber auch aus Frankreich, Israel und den USA beigetragen haben. Sie versteht sich, wie die Herausgeber betonen, als Sammelband »im klassischen Sinne«. Unterschiedliche Texte Kommentare, Vorträge, Augenzeugenberichte, wissenschaftliche Aufsätze, Essays wurden eingesammelt, so dass letztendlich eine Art Lesebuch entstanden ist, das die Tradition der tiefenpsychologischen Befassung mit den destruktiven menschlichen Tendenzen fortschreibt. Erstellt wurde die Publikation Ende 2003, also nach dem offiziell verkündeten Kriegsende im Irak, wodurch sie eher »gefilterte« Rückblicke liefert: In das Erschrecken über die Rücksichtslosigkeit islamistischer Terroristen gegenüber fremdem und eigenem Leben mischt sich der Schrecken angesichts einer antiterroristischen US-Kriegsführung, die beim Überfall auf das weitgehend wehrlose Land unterm expliziten Titel »Shock and Awe« keine Rücksicht kennt und über die Leichen von Tausenden Zivilisten geht. Diese Toten werden im Unterschied zu den endlos betränten Opfern von Nine-Eleven (so zumindest die Praxis des Pentagon bis Ende 2005) noch nicht einmal der statistischen Erfassung für Wert befunden, handelt es sich hier doch nach US-Auffassung um unvermeidliche Kollateralschäden, die keine weltweite Trauerarbeit verdienen. Auch ohne diesen aktuellen Bezugspunkt hat der psychoanalytische Zugang zur neuesten Weltlage, in der nach offizieller Lesart eine gottgefällige amerikanische Führung im Kampf mit der »Achse des Bösen« liegt, etwas Querdenkerisches an sich. Bei der Behauptung, dass im individuellen wie kollektiven Verhalten die Guten gegen die Bösen stehen, müsste einem eingefleischten Psychoanalytiker, der die wahren Triebkräfte im seelischen Untergrund kennt, eigentlich die Galle bzw. der Destruktionstrieb hoch kommen. So betonen die Herausgeber auch eingangs, dass »aufdeckender Journalismus und Psychoanalyse« heute »ein gemeinsames Schicksal« teilen, weil sie mit den »Machtinteressen« von Politikern kollidieren, indem sie »deren Verschleierungs- und Verleugnungsstrategien« aufdecken. Seit 2010 ist er Professor für Soziologie und psychoanalytische Sozialpsychologie an der Universität Frankfurt/Main. Er ist Gründer und Verleger des Psychosozial-Verlages. (Außerschulische Bildung 1-2006 Rezension von Johannes Schillo)Die Beiträge unterscheiden sich im Gehalt, in der Originalität und in der Klarheit der Gedankenführung. Zum Teil gibt es Redundanzen, eine Fallvignette ist mehrfach verwendet. Sehr erhellend argumentiert Wirth, dem es gelingt, über die Analyse des Fanatismus zu einer Antwort auf die Frage, wie man Terrorist werden kann, zu kommen. Wirth analysiert das Doppelgespann von Terror und Reinheit. Der Fundamentalismus verspricht narzisstische Vervollkommnung durch die Aufhebung des Körperlichen schlechthin. Um das Reinheitsideal zu verwirklichen wird alles, was nicht rein ist, auf Feinde projiziert und an diesen im »Heiligen Krieg« bekämpft. Terroristen sind weder triebgesteuert, noch handeln sie gewissenlos, sie verpflichten sich vielmehr im Namen der eigenen Grandiosität, der Verschmelzung von Ich und Ich-Ideal, dem unmenschlichen Ideal einer entsubjektivierten Gemeinschaft. Wirth schlägt zusammen mit anderen Autoren vor, den 11. September als Aufforderung an die Weltöffentlichkeit zu sehen, sich der Notwendigkeit einer globalen Ethik zu stellen. Ökonomisch und militärisch mächtige Gesellschaften sollten ein Interesse daran haben, was in der Psyche der Abhängigen, Schwachen, Benachteiligten vor sich geht. Er warnt noch vor der Gefahr der Ansteckung durch die Logik und Paranoia des Terrorismus, als sei sie nicht schon längst Realität. Altmeyer stellt fest, dass »die frei flottierende Aggressivität und Selbstdestruktivität, die ubiquitäre Gewalttätigkeit ... eine allgemeine Bereitschaft zu Attacke und Gegenattacke, hinter der man die bösartige Dynamik narzisstischer Kränkbarkeit und Wut vermuten kann ... weder aus den triebhaften Tiefen des Innenlebens noch vom Außen der Frustration (kommen), sondern aus dem Zwischen des menschlichen Zusammenlebens.« Besonders gewaltfördernd ist ein Zusammenkommen von Selbstzweifel, Kränkung und kompensatorischen Größenwahn mit zugefügter Demütigung und Schändung. Erlich, der sich mit dem Zusammenhang von Träumen, Terror und Identitätsbildung befasst, also eine entwicklungspsychologische Perspektive einnimmt, spricht vom Wunsch jugendlicher Terroristen, mit etwas Größerem zu verschmelzen. Sich selbst in neuer Form und in Verbindung mit Idealen zu befinden, ist an sich ein für die Adoleszenz typisches und progressives Bedürfnis. Volkan sieht die Ausbildung von Selbstmordattentätern als gezielte Ersetzung individueller Identität durch eine nationalistische und religiöse Großgruppenidentität. (Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik 3/2005 Rezension von Andrea Eckert)Die Beiträge des Buches Der 11. September helfen dem Leser, die tödliche Spirale von Machtdemonstrationen und Ohnmachtserfahrungen, die derzeit die Welt beherrschen, besser zu verstehen. Psychoanalytische, psychosoziale und psychohistorische Analysen der Bedingungen und Folgen von Krieg, Terror und Trauma sind das Thema der Beiträge nicht zuletzt, um auch auf politischer Ebene Anstöße für zukunftsweisende Handlungsstrategien zu liefern (Psyche Rezension von Angela Hanke) Über den Autor und weitere Mitwirkende Thomas Auchter, Diplompsychologe, ist niedergelassen in freier Praxis in Aachen als Psychologischer Psychotherapeut, Psychoanalytiker, Gruppenanalytiker und Supervisor. Er ist Dozent und Lehranalytiker am Institut der Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft Köln-Düsseldorf (DPV/DGPT). Auchter hat bereits mehrere Publikationen zu den Themen Frühstörungen, Traumatisierungen und angewandte Psychoanalyse vorgelegt, zu denen er auch regelmäßig Vorträge hält. Hans-Jürgen Wirth ist Psychoanalytiker, Psychologischer Psychotherapeut, arbeitet als Psychoanalytiker (DPV, IPA, DGPT) und psychoanalytischer Paar-, Familien- und Sozialtherapeut (BvPPF) in eigener Praxis in Gießen.

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