Der Zensierte Tag: Wie Man Menschen, Meinungen Und Maschinen Steuert

Der Zensierte Tag: Wie Man Menschen, Meinungen Und Maschinen Steuert

Autor : Christian C Walther
Geschlecht : Bücher, Politik & Geschichte, Kriege & Krisen,
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Der Zensierte Tag: Wie Man Menschen, Meinungen Und Maschinen Steuert

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten. Einleitung 9/11: Der verhinderte Geburtstag einer besseren Welt Als das Unvorstellbare geschehen war, wussten wir, dass es bei dieser einen fürchterlichen Erschütterung nicht bleiben konnte. Als die Feuer in Manhattan gelöscht waren, wussten wir, dass die Drahtzieher dieses Verbrechens gejagt, gefunden und bestraft würden. Als wir die Toten beerdigt hatten, wussten wir, dass wir Antworten auf all unsere Fragen erhalten mussten. Als sich der Staub gelegt hatte, wussten wir, dass nichts je wieder sein würde wie zuvor. Der 11. September 2001, der Tag des Jahrhundertverbrechens, musste die Welt vollständig und nachhaltig verändern. Ganz gleich, ob tatsächlich neunzehn unerkannt planende islamische Fanatiker ihre Leben sowie die tausender Unschudiger achtlos weggeworfen hatten, um auf diesem ebenso pathetischen wie pathologischen Weg der ganzen Welt ihre abgrundtiefe Verachtung für unsere in ihren Augen fragwürdige Lebensführung zu demonstrieren, oder ob sich am Ende der furchtbare Verdacht bewahrheitete, dass macht- und profitgierige Vertreter unseres eigenen Systems die Tat geschehen ließen, möglicherweise gar geplant hatten: Dieser Tag, der 11. September, musste einen tief greifenden Wandel unseres alltäglichen Denkens und Handels einleiten. So oder so. Musste er.Hätte er müssen. Hat er aber nicht.Sondern ist stattdessen binnen historisch kürzester Zeit, binnen lediglich drei Jahren, mit unserer freundlichen Zustimmung medial nivelliert worden zum globalen Katastrophengeburtstag mit doppelt brennender Letterbox-Kerze, zum gelegentlich wiederkehrenden, nichts mehr fordernden Bilder-Ereignis oder wahlweise als Standardentschuldigung für die »Fortsetzung des Krieges als Abwesenheit von Politik mit anderen Mitteln« (Jean Baudrillard). Über den 11. September 2001, den Tag des Jahrhundertverbrechens, musste die ganze Wahrheit ans Licht kommen. Und aus eben dieser Wahrheit mussten wir die Konsequenzen ziehen, unser Denken und Handeln einer gründlichen Prüfung unterziehen und dafür Sorge tragen, dass ein schreckliches Verbrechen wie dieses nie wieder geschehen wird. So oder so. Es war naiv, das zu glauben. Es bleibt naiv, das zu glauben. Bleiben wir naiv.Wer hat uns verschwiegen, was am 11. September geschah? Wer hat dafür gesorgt, dass Zeugen und Täter aus unserem Blickfeld verschwanden, und dass über die bis heute offen vor uns liegenden Beweise niemand berichtete? Wer hat die wahren Drahtzieher vor unseren Augen aus den Schlagzeilen genommen? Wer hat uns die unangenehme Wahrheit erspart, was wirklich dahinter steckte? Wer - und warum? Unternehmen wir einen letzten Versuch, der Wahrheit näher zu kommen. Lassen wir uns die Chancen nicht ausreden, die der 11. September bot. Und noch immer bietet. Wenn wir es wollen.Breaking News (2004) Spätestens am Morgen des 2. Februar 2004 wusste auch der allerletzte Fantast, dass nichts je anders sein würde, als es immer gewesen war, bestenfalls grotesker. Zweieinhalb Jahre nach dem 11. September 2001 befand sich Amerika wieder einmal in Alarmbereitschaft. In Houston, Texas, machten die Sicherheitskräfte sich auf das Schlimmste gefasst und kündigten schon im Vorfeld eines der weltweit meistbeachteten Ereignisse extrem verschärfte Freiheitseinschränkungen an. Für das Endspiel um die Football-»Weltmeisterschaft«, den Superbowl, rechnete man mit dem Schlimmsten. Den Zuschauern im Stadion war sogar die Mitführung von Kühlboxen, Haarspraydosen und Frisbees strengstens untersagt.Die Patriots siegten - alles andere wäre Anfang 2004 eine Überraschung gewesen. Kein Attentat fand statt. Aber die Sexbombe, die in der Halbzeit aus allen Nähten platzte, sollte Amerika in den Wochen danach gründlicher erregen, als es der 11. September in den Monaten davor und danach vermochte.Nipplegate erschütterte Amerika: Der Skandal, sprachlich in direkte Nachbarschaft von Watergate geadelt, stellte die Welt endgültig wieder auf den Kopf - also dorthin, wo sie in den Jahren vor dem 11. September 2001 ganz bequem und lässig gestanden hatte.Was war geschehen in dieser texanischen Pause, an diesem eigentlich gar nicht denkwürdigen Tag? Justin Timberlake, im Marshmellowbad einer Disney-Channel-und-MTV-Karriere gestählter Michael-Jackson-Imitator für Arme, hatte seiner Duett-Partnerin Janet Jackson im Rahmen der Superbowl-Halbzeitshow »versehentlich« die rechte Brust freigelegt - Sekundenbruchteile lang zu sehen, wenn auch entgegen der plakativen Skandalbezeichnung eher nippellos, da Jackson offenbar gewohnheitsmäßig Schmuckstücke auf den Brüsten trägt. Die armselige und erschreckend durchsichtige PR-Farce zur Beförderung zweier Popkarrieren veranlasste nach Angaben der über jeden Verdacht der mutwilligen Meinungsbildung erhabenen US-Medienkontrollbehörde, der Federal Communications Commission (FCC), im Land der Freien mehr als 200 000 Zuschauer, sich direkt nach dem Spiel zu entrüsten. Die medialen Wellen schlugen darauf zum global erhitzten Tsunami hoch, der bis in die Metropolen Europas, Afrikas und Asiens schwappte. Er ließ die eine oder andere bedeutende ganzseitige Meldung aus öderen Regionen als denen von Janet J. aus den Satzspiegeln verschwinden. Die Profiteure des (natürlich absolut nicht) abgekarteten Spiels waren die üblichen Verdächtigen: Der ausstrahlende Sender CBS sowie dessen unanständiger Partnerkanal MTV, der die erschütternde Panne zu verantworten hatte, kamen zu ihrem öffentlich bekundeten Leidwesen wochenlang aus den internationalen Schlagzeilen überhaupt nicht mehr heraus. Der Viacom-Konzern, dem aufgrund eines unerklärlichen Kartell-Zufalls gleich beide verantwortlichen Sender gehören, zeigte sich bestürzt über die sendestundenschweren Tonnen an kostenloser PR, Justin Timberlake verlor unter globalem Getöse seinen absatzstörend milchbärtigen Ruf zugunsten jenes dezenten Macho-Images, das ihm gerade noch gefehlt hatte, um auch CD-Käufer jenseits des elften Lebensjahrs zu erreichen, und das »Opfer« Jackson - bald danach mit frischer CD in den US-Regalen - wurde medienwirksam von der Grammy-Verleihung ausgeschlossen und erlebte anschließend vermutlich nie gekannte Solidaritäts-Vorbestellungen entschlossener Frauenrechtlerinnen.Die amtierende US-Regierung, die inzwischen sogar bei der eigenen Bevölkerung wegen des sinn- und grundlos geführten Krieges gegen den Irak deutlich an Popularität verloren hatte, sah sich gleich zu Beginn des Präsidentenwahlkampfs qua Timberland-Fauxpas mit einer großen Ration kostenlosen Kanonenfutters für den Kampf gegen die Demokraten ausgestattet: Jene Demokraten und Alles-Befürworter, die ja bekanntlich, wenn nicht alle selber schwul, so doch Befürworter der Schwulenehe, von Sex vor, während und nach der Ehe, sowie aller möglichen illegalen Drogen sind - Letzteres womöglich im Zusammenhang mit Ersterem, Zweitem oder Drittem und garantiert mit Janets Brust.Dem vom Endspielort des weltweiten Tittenanschlags (zufällig: Houston, Texas, traditionell Bush-Land und bis 2000 in Gouverneur Georges Hand) mit neuem Elan durchstartenden Feldzug der bibeltreuen texanischen Taliban gegen jede Form von Unmoral - jedenfalls abseits der heimischen Todesstrafe, der galoppierenden sozialen Ungerechtigkeit und erst recht abseits ferner Kriege inklusive fataler Bombardierungen von Frauen und Kindern - war allemal (zufällig) gedient. Nicht zuletzt durch die markigen medialen Wortmeldungen des (natürlich) komplett überparteilichen FCC-Chefs Michael K. Powell, der sich bestürzt zeigte über die »Erosion der allgemeinen Anständigkeit im Fernsehen«. Der Bestürzte ist, wie es der Zufall (schon wieder) will, nicht nur Befürworter laxerer Regeln betreffend die Monopolisierung des US-Medienmarktes, sondern auch Sohn des US-Außenministers Colin Powell, der just zu diesem Zeitpunkt, im Februar 2004, öffentlich wegen seiner fragwürdigen Aussagen vor dem UN-Sicherheitsrat in Sachen »Massenvernichtungswaffen im Irak« um Haaresbreite aus dem Amt gefeuert worden wäre, hätte ihn nicht der...